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Unternehmensverkauf: Wenn aus dem Lebenswerk Vermögen wird

Der Verkauf eines Unternehmens gilt oft als Höhepunkt einer unternehmerischen Laufbahn. Wer die Zeit nach dem Verkauf frühzeitig plant, legt den Grundstein dafür, dass aus einem gelungenen Unternehmensverkauf auch langfristig persönlicher und finanzieller Erfolg entsteht.

7 Min.

Handshake Fimenverkauf
Der Blick über die Transaktion hinaus

Viele Unternehmer investieren Jahre in die Vorbereitung eines Verkaufs. Sie optimieren ihr Unternehmen, führen Verhandlungen und erzielen einen guten Kaufpreis. Die Zeit danach erhält dagegen oft weniger Aufmerksamkeit, obwohl gerade sie darüber entscheidet, ob aus einem einmaligen Erlös langfristige finanzielle Sicherheit entsteht.

 

Ein vereinfachtes Beispiel verdeutlicht dies: Ein Unternehmer verkauft sein Unternehmen für CHF 15 Millionen. Nach Abzug von Steuern, Transaktionskosten und der Rückzahlung bestehender Verpflichtungen verbleiben CHF 12 Millionen Privatvermögen. Damit ist der Verkauf abgeschlossen, die eigentlichen Vermögensentscheide beginnen jedoch erst jetzt.

 

Wie soll das Vermögen künftig strukturiert werden? Welcher Teil wird investiert, welcher bleibt als Liquiditätsreserve verfügbar? Welcher Kapitalbezug ist langfristig tragbar? Soll bereits Vermögen an die nächste Generation übertragen werden? Und welche steuerlichen Folgen haben einzelne Entscheidungen?

Gute Planung beginnt Jahre im Voraus

Viele dieser Fragestellungen lassen sich nicht erst nach der Vertragsunterzeichnung lösen. Zahlreiche steuerliche und rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten bestehen nur, solange der Verkauf noch nicht unmittelbar bevorsteht.

 

Ein klassisches Beispiel ist die indirekte Teilliquidation. Veräussert ein Unternehmer seine Beteiligung an einen Käufer, der später nicht betriebsnotwendige Mittel aus der Gesellschaft entnimmt, kann ein vermeintlich steuerfreier Kapitalgewinn unter bestimmten Voraussetzungen nachträglich als Einkommen besteuert werden.

 

Ebenso lohnt sich ein frühzeitiger Blick auf die Wahl der Rechtsform. Wird eine Personengesellschaft erst kurz vor einem geplanten Verkauf in eine Kapitalgesellschaft umgewandelt, kann die für einen steuerlich privilegierten Verkauf erforderliche Sperrfrist noch nicht erfüllt sein. Dadurch geht Gestaltungsspielraum verloren oder der Verkauf muss verschoben werden.

 

Auch Verkäuferdarlehen oder gestaffelte Kaufpreiszahlungen können steuerliche und finanzielle Folgen haben. Die Erfahrung zeigt: Was sich zwei oder drei Jahre vor einem Unternehmensverkauf noch gestalten lässt, ist kurz vor Vertragsunterzeichnung oftmals nicht mehr möglich.

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Vermögen strukturiert anlegen

Die meisten Unternehmer haben ihr Vermögen über Jahrzehnte in einem einzigen Unternehmen aufgebaut. Risiken wurden nicht über Finanzmärkte gesteuert, sondern durch eigenes unternehmerisches Handeln. Nach dem Verkauf verändert sich diese Perspektive grundlegend. 

 

Viele Unternehmer möchten den Verkaufserlös rasch wieder investieren, etwa in Liegenschaften oder neue Beteiligungen. Das unternehmerische Denken bleibt schliesslich erhalten. Wer jedoch von den erwähnten CHF 12 Millionen erneut CHF 10 Millionen in wenige Anlagen investiert, schafft unter Umständen wieder eine hohe Vermögenskonzentration. Der Unternehmensverkauf bietet dagegen die Chance, Vermögen breiter zu strukturieren und Risiken gezielt zu diversifizieren.

 

Unternehmerische Investitionen können weiterhin ihren Platz haben, jedoch in einer Strategie, welche realen, sprich inflationsbereinigten Vermögenserhalt, Liquidität und langfristige Einkommensströme gleichermassen berücksichtigt.

Finanzplanung nach dem Verkauf

Mit dem Verkauf endet häufig auch der Unternehmerlohn. AHV, Pensionskasse und die Finanzierung des künftigen Lebensstandards müssen neu gedacht werden. Soll aus einem Vermögen von CHF 12 Millionen jährlich ein Einkommen von CHF 500'000 finanziert werden, entspricht dies einer Entnahme von rund vier Prozent, ohne die Berücksichtigung von Inflation und Steuern. Ob dies langfristig tragfähig ist, hängt wesentlich von der Vermögensstruktur und den erzielten Erträgen ab.

 

Auch die berufliche Vorsorge sollte bereits vor dem Verkauf in die Planung einbezogen werden. Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse können je nach persönlicher Situation sowohl die Vorsorge stärken als auch die steuerliche Ausgangslage verbessern. Voraussetzung ist jedoch eine frühzeitige Planung. Finanzplanung bedeutet deshalb nicht nur, Kapital anzulegen, sondern Einkommensquellen nachhaltig zu gestalten.

Wenn Vermögen zur Familiensache wird

Mit dem Unternehmensverkauf gewinnt häufig auch die Nachlassplanung an Bedeutung. Soll Vermögen bereits zu Lebzeiten übertragen werden? Sind Testament und Ehevertrag noch auf die heutige Situation abgestimmt? Und wie kann die nächste Generation schrittweise an Verantwortung herangeführt werden?

 

Die Revision des Schweizer Erbrechts eröffnet zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass die rechtlich optimale Lösung nicht immer auch die familiär beste ist. Vermögen zu übertragen ist vergleichsweise einfach. Die damit verbundene Verantwortung zu vermitteln, deutlich anspruchsvoller.

Das Vermächtnis bewahren

Ein Unternehmensverkauf markiert den Übergang in eine neue Phase. Wer frühzeitig über die Zeit nach der Transaktion nachdenkt, schafft die Grundlage dafür, dass das über Jahrzehnte aufgebaute Vermögen den gewünschten Zweck erfüllt: den eigenen Lebensstandard langfristig zu sichern, Chancen für kommende Generationen zu schaffen und finanzielle Stabilität zu bewahren.

 

Jeder Unternehmensverkauf bringt individuelle finanzielle, steuerliche und familiäre Fragestellungen mit sich. Deshalb begleiten wir unsere Kundinnen und Kunden bei Baumann & Cie oftmals bereits lange vor einer Transaktion und weit darüber hinaus. Unser Wissenshaus verbindet die Kompetenzen aus Vermögensverwaltung sowie Vorsorge-, Steuer- und Nachlassplanung und ermöglicht so eine ganzheitliche Beratung über alle finanziellen Aspekte.

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