Ace steht am Anfang seiner Ausbildung bei REDOG, dem Schweizerischen Verein für Such- und Rettungshunde. Seine Chancen stehen gut, ein einsatzfähiger Suchhund zu werden. Seine Hundeführerin Andrea Schaub ist erfahrene Hundetrainerin und der junge Border Collie zeigt Talent. REDOG ist die einzige Schweizer Organisation, die eine umfassende Ausbildung von Rettungsteams aus Hund und Mensch zur Suche nach vermissten und verschütteten Menschen anbietet.
Verantwortung
Die Such- und Rettungshunde von REDOG im Einsatz
REDOG, der Schweizerische Verein für Such- und Rettungshunde, ist eine Freiwilligenorganisation, die sich auf die Suche nach vermissten und verschütteten Menschen spezialisiert hat. Im aktuellen Gastbeitrag des Baumann Fokus erfahren Sie, wie Training, Ausdauer und Vertrauen Leben retten kann.
«Schätzen auch Sie einen gut erzogenen Hund?» Andrea Schaubs erste Frage verrät schon viel über die Frau, die mit Hunden ihr Leben verbringt. Der artgerechte Umgang mit Hunden ist ihr eine Herzensangelegenheit. In ihrer Hundeschule schult sie vor allem die Menschen. Sie lehrt die Zweibeiner das Vertrauen zu ihren Vierbeinern und umgekehrt, um ein friedvolles Zusammenleben von Mensch und Tier zu fördern.
Hunde begleiten die 58-Jährige von Kindesbeinen an. Als Schülerin engagierte sie sich als Hundesitterin. Stets verbrachte sie die Ferien auf dem Bauernhof ihrer Tante, heute wohnt sie in einem Bauernhaus. «Hier kann ich meine Träume verwirklichen.» Während sie das sagt, breitet sie die Arme aus, als wolle sie den Zoo auf dem weiträumigen Gelände mit den Obstbäumen und dem Bach am Rande umarmen. Alpakas, Katzen, Meerschweinchen, Hasen, Chinchillas, Schildkröten, Minipigs, Leopardengeckos und Fische leben hier. Und natürlich mehrere Hunde. Jimmi, der Schäferhundmischling, zog als erster in Andrea Schaubs Traumhaus in Hinwil ein. Das war 1990.
Die Boxer-Labrador Hündin Wenja, die Flat Coated Retriever Hündin Lajra sowie der Holländische Schäferhund Asip mit seinem Sohn Base lebten als Familienhunde bei den Schaubs, bis die Hundetrainerin 2014 dank Shina, ebenfalls eine Flat Coated Retriever Hündin, auf REDOG traf. «Meine Supermaus war ein idealer REDOG-Suchhund», sagt sie und man merkt, wie ihre Stimme brüchiger wird. 2023 musste die Familie Abschied von Shina nehmen.
«Sie hatte einen unermüdlichen Arbeitswillen und Sucheifer!» Genau die Eigenschaften, die ein erfolgreicher Suchhund haben muss. Die Anforderungen an die Hundeführerin sind ähnlich. Fit muss sie sein. Bei der Suche nach Vermissten im Gelände sind oft einige Kilometer und auch Höhenmeter zu bewältigen. Ausdauer braucht vor allem auch die Ausbildung. Hinter der anspruchsvollen Aufgabe eines Suchhunde-Teams steckt grosses ideelles und zeitliches Engagement. Bis ein Hunde-Team einsatzfähig wird, dauert es gut und gerne je nach Talent von Hund und Mensch zwei bis vier Jahre.
Ein Aufwand, den Andrea Schaub nicht scheut. Ace, ein Border Collie, ist bereits der dritte REDOG Suchhund, den sie derzeit ausbildet. Zwei Mal die Woche geht Andrea Schaub mit Ace und dem einsatzfähigen Lai ins Training. Mit dem Border Collie Rüde Lai stand sie als Hundeführerin schon mehrmals im Einsatz. Ace, der temperamentvolle Wirbelwind, steht am Anfang seiner Ausbildung. Der Rüde ist mit knapp zwei Jahren noch jung, doch schon ein echter Workaholic. «Ich muss ihn manchmal regelrecht bremsen. Er schaut sich viel von Lai ab und macht es einfach nach», lacht die Hundetrainerin.
Für die Tiere ist die Suche ein Spiel, bei dem sie am Schluss eine Belohnung erwarten. Das kann ein Spielzeug sein oder Futter. «Ob sie nun eine Person im Training oder einen vermissten Menschen suchen, macht für sie keinen Unterschied», erklärt Andrea Schaub, die immer wieder fasziniert ist, was die Hunde leisten. «Bei den meisten Einsätzen suchen sie stundenlang erfolglos. Ihr Sucheifer lässt trotzdem nicht nach. Als ob sie wüssten, dass es ein Ernstfall ist und wir den Angehörigen ihre Lieben zurückbringen möchten.»
Was Andrea Schaub motiviert? Zu helfen, an Orten unterwegs zu sein, wo sonst niemand hinkommt, Berge, Natur und Wälder, die «strahlenden Hundeaugen». Aber auch Dankesworte von Angehörigen wie diese: «Wir sind noch immer überwältigt von eurem Engagement, eurer Teamarbeit und dem wahnsinnigen Organisationstalent. So viele Personen und Hunde waren in kürzester Zeit vor Ort, um uns zu helfen. Zum Glück ist unser Vater wohlauf und wieder daheim.»
Wie lange kann ein verschütteter Mensch unter Trümmern überleben? Oder verletzt in den Bergen? Das hängt natürlich von den Umständen ab. Aber eins ist sicher: Im Ernstfall zählt jede Minute. Mit ihrer Nase können Hunde rasch und zuverlässig Menschen unter Schutt und Trümmern wittern oder in übersichtlichem Gelände und im Wald lokalisieren.
Alarmnummer 0844 441 144: REDOG steht für alle rund um die Uhr im Einsatz – dank der Unterstützung durch Spenden für Angehörige kostenlos.
Dagmar Wurzbacher
Leitung Kommunikation REDOG
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