Nach der Konsolidierung im Softwareund Technologiesektor zu Jahresbeginn hat sich die Stimmung im Zuge der jüngsten Quartalszahlen spürbar aufgehellt. Im Monat Mai kam es aus Sektorsicht zu einer aussergewöhnlich konzentrierten Marktbewegung: Der Technologiesektor war der einzige Hauptsektor im MSCI World, der die Gesamtmarktperformance übertraf und damit die Entwicklung des Gesamtindex massgeblich prägte, während alle übrigen Sektoren relativ zur Gesamtmarktentwicklung zurückblieben. Gestützt wird diese Entwicklung durch die jüngsten Unternehmensberichte, die zeigen, dass erste Produktivitätsgewinne durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sichtbar werden. Dies verleiht dem Thema zusätzliche Substanz und stärkt das Vertrauen der Investoren in die langfristigen Wachstumsperspektiven.
Damit bestätigt sich unsere differenzierte Einschätzung des Softwaresektors, die wir bereits entgegen der ersten Marktreaktion vertreten hatten. Im Bereich Cybersecurity wird deutlich, dass entsprechende Geschäftsmodelle Künstliche Intelligenz nicht nur erfolgreich integrieren können, sondern teilweise direkt von deren Einsatz profitieren. Die anfänglichen Befürchtungen einer breiten Substitution spezialisierter Softwarelösungen haben sich in diesen Bereichen bislang nicht bestätigt. Vielmehr haben entsprechende Unternehmen seither eine ausgesprochen erfreuliche Kursentwicklung gezeigt.
Mit der Erholung sind jedoch auch die Bewertungen im Technologiesektor wieder angestiegen. Entsprechend stellt sich verstärkt die Frage, inwieweit die hohen Erwartungen bereits reflektiert sind. In diesem Kontext werden die bevorstehenden grossvolumigen Börsengänge im Technologiesektor zu einem wichtigen Gradmesser dafür, ob das Interesse der Investoren an diesem Thema weiterhin intakt ist.
Die technologische Transformation bleibt – im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und dem Ausbau von Datenzentren – für uns ein zentraler struktureller Trend, an dem wir weiterhin partizipieren wollen. Gleichzeitig reagiert der Technologiesektor empfindlich gegenüber makroökonomischen Verschiebungen, vor allem bei Veränderungen im Zinsumfeld. Die jüngste Marktphase im Juni hat dies erneut deutlich gemacht.