Die jüngsten amerikanisch-israelischen Luftangriffe auf den Iran haben die geopolitische Lage im Nahen Osten deutlich verschärft. Trotz der hohen Intensität der ersten Attacken spricht derzeit vieles für eine zeitlich begrenzte Operation. Die militärischen Möglichkeiten Irans sind eingeschränkt, und regionale Verbündete wirken geschwächt. Entscheidend wird sein, wie rasch das Mullah-Regime nach dem Tod von Ayatollah Khamenei eine neue politische Führung formieren kann und wie weit die USA in einem Wahljahr bereit sind, die Eskalation voranzutreiben.
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Kurzeinschätzung zum Iran-Konflikt
Der Konflikt im Nahen Osten sorgt für Unsicherheit und höhere Energiepreise, die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen bleiben jedoch begrenzt. Wie wir die Situation einordnen, lesen Sie in unserer Einschätzung im nachfolgenden Artikel.
Wirtschaftlich sind die direkten globalen Auswirkungen bislang überschaubar. Der Iran trägt weniger als ein Prozent zur weltweiten Wirtschaftsleistung bei und die wirtschaftlichen wie finanziellen Verflechtungen mit westlichen Industrieländern sind sehr gering. Zu den wichtigsten Handelspartnern Irans gehörten in den vergangenen Jahren insbesondere China, Indien und die Türkei. Damit bleibt der Energiemarkt der entscheidende Faktor: Die Blockade der Strasse von Hormus sowie Störungen der regionalen Öl- und Gasinfrastruktur lassen die Energiepreise momentan klar ansteigen.
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Unter der Annahme eines temporär und regional begrenzten Konflikts könnten zwar die Energiepreise kurzfristig deutlich ansteigen und damit die Inflation vorübergehend erhöhen. Grössere negative Folgen für das globale Wachstum oder eine Änderung des geldpolitischen Kurses erwarten wir jedoch nicht. Der weltweite Ölmarkt ist solide versorgt und die Lagerbestände sind in den vergangenen Monaten gestiegen. Entsprechend dürften die internationalen Notenbanken auf ein vorübergehendes Überschiessen der Öl- und Gaspreise nicht mit einer restriktiveren Geldpolitik reagieren.
An den Finanzmärkten dominiert vor allem die erhöhte Unsicherheit darüber, wie sich der Konflikt weiterentwickelt und ob es zu weiteren Eskalationsstufen kommt. Dies führt zu einer tieferen Risikobereitschaft der Anlegerinnen und Anleger und damit zu höherer Volatilität. Solange der Konflikt jedoch nicht über längere Zeit anhält oder sich regional stark ausweitet, sind strukturelle Belastungen für die Weltwirtschaft und ein globaler Bärenmarkt an den Börsen aus heutiger Sicht wenig wahrscheinlich. Wir gehen daher derzeit davon aus, dass die Auswirkungen auf die Märkte vor allem temporärer Natur sind.
Wir bleiben in unseren langfristigen Trends investiert und halten an unserer Positionierung fest. Die derzeit erhöhte Volatilität eröffnet aber auch langfristige Chancen: Tiefere Kurse bieten gute Möglichkeiten, bei Qualitätstiteln, welche im Einklang mit unseren Baumann-Werten stehen, gezielt Positionen aufzubauen oder auszubauen.
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